Die Evangelisation durch die Mission

 


frDie katholische Kirche ist nicht dazu berufen sich zu verschließen oder sich von der heutigen Welt zu isolieren, sondern sie soll das Evangelium in der ganzen Welt und bis zum Ende der Welt verkünden. Diese erste Form der Evangelisation heisst „missio ad gentes“. Die Empfänger dieser Tätigkeit sind alle, die Jesus Christus noch nicht kennengelernt und Ihn als den einzigen Erlöser der Menschen erkannt haben. Dazu gehoeren Vertreter der nichtchristlichen Religionen, unreligöse Menschen und Atheisten.
Die Missionstätigkeit der Kirche gibt ihnen die Moeglichkeit die Frohe Botschaft von Jesus Christus kennenzulernen und in seine Kirche einzutreten.

Die Kirche stellt nicht nur eine göttliche Wirklichkeit dar. Sie ist auch eine Institution mit vielen menschlichen Dimensionen. Darum hat sie in ihrer Geschichte, je nachdem wie die konkreten sozio-kulturellen Bedingungen und die verschiedenen Mentalitäten der Menschen in den gegebenen Epochen das ermöglicht haben, die Aufgabe der Verkündung der Frohen Botschaft in verschiedenerlei Weise erfüllt.

Das Evangelium stammt von Gott, aber die Umsetzung hängt zumindest zum Teil von den Menschen ab. Es bedarf darum unbedingt einer kritischen Reflexion und  Mut, um notwendige Veraenderungen in der Missionsarbeit vorzunehmen.Die Mission ist in unserer Zeit nicht nur eine Reise in die entfernten Länder. Sie ist auch die Reise eines Schülers von Christus in sein Inneres, die dazu dient seinen Glauben zu vertiefen und sich ueber die Motivation seiner Missionstätigkeit klar zu werden. Er soll auch seine endgültige Motive entdecken, um zuerst sich und dann sein Ambiente evangelisieren und auf die Gaben des Heiligen Geistes antworten zu koennen. Der echte Missionar soll in der modernen Welt eine Ikone der Gottesliebe für die Menschen sein.
Johannes Paul II. stellt in seiner Enzyklika „Redemptoris missio“ einige Fragen, welche sich auf die heutigen Befürchtungen beziehen: „Ist die Mission unter den Nicht-Christen noch aktuell? Wird sie vielleicht durch den Dialog unter den Religionen ersetzt?“ (RM 1,4).
Die Antwort des Heiligen Vaters ist eindeutig: Bei aller Achtung für andere Überzeugungen und andere Auffassungen müssen wir vor allem, ohne Überheblichkeit, unseren Glauben an Christus, den alleinigen Erlöser der Menschen, zum Ausdruck bringen; den Glauben, den wir ohne irgendeinen Verdienst unsererseits von oben empfangen haben. (RM 1,11).

Wie es schon der heilige Apostel Paulus betont hat, sei ein gläubiger Christ dazu berufen: „Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht!“ (Röm 1,16). Die Kirche muss Christus verkünden. Die Mission ist eine klare Konsequenz unseres Glaubens, dass es
außer Jesus Christus kein Heil gibt. In unserer Zeit sehen wir, dass es Tendenzen gibt dem Heil einen rein weltlichen Sinn zu geben. Viele nicht-kirchlichen Institutionen versprechen in ihren Programmen die Erlösung des Menschen, aber diese Angebote haben nur eine beschränkte und horizontale Dimension, die keine integrale Erlösung des Menschen aus moralischen, sozialen oder geistlichen Bedrohungen schenken kann. In dieser Situation ist es notwendig die Frohe Botschaft der Rettung in Christus zu verkünden.
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Die Grundform der Evangelisierung, die Missionstätigkeit, ist mit einem schwierigen und komplizierten Prozess der Kommunikation unter den Menschen verbunden, der letztlich zur der Kommunikation zwischen dem Menschen und Gott führen soll. Diese Aufgabe verlangt von den Schülern Christus` grossen Mut und viele Fähigkeiten. Sie fordet die Bekämpfung vieler spezifischer Barrieren.

Wir können nur gute Werkzeuge der Evangelisierung werden, wenn wir die Offenbarung verstehen und wenn wir uns bewusst machen, dass die Verkündung des Evange
liums zuerst eine Konsequenz der Gnade und des Gebets und nicht unserer Begabungen ist. Man muss heute nicht nur einen persönlichen Kontakt mit dem Menschen verknüpfen, sondern auch die Gottesliebe an die Menschen geben können. Erst in diesem Kontext hat die Kenntnis der Methoden und Techniken, die Sprachfähigkeiten oder die Respektierung der anthropologischen und theologischen Gründe der Kommunikation zwischen den Menschen, ihre entscheidende Bedeutung.
Die Verbreitung des Evangeliums ist nicht nur eine von vielen Übermittlungen, die die heutige Welt an den Menschen richtet, sondern sie ist ein Raum, in welchem Gott in das Herz, das Bewusstsein und das Gewissen  des Menschen eindringt und ihn auf den Weg des Heils fuehrt.
Der Missionar ist ein Werkzeug der unglaublichen Kommunikation, die wir uns kaum vorstellen können.

P. Markus Dziewiecki